Einen gelungenen Nachmittag wünscht Ihnen der PRISMA Event-Guide for happy people.

Prisma Ausgabe 81

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Andre HammonDie Angst ist der Weg. Ein Kredo der modernen Psychotherapie, das beim näheren Hinsehen gar nicht so abwegig erscheint. In der Tat gibt es wohl niemanden, der von sich behaupten kann, frei von Ängsten zu sein. Dabei spielt es keine Rolle, ob wir Angst vor Einsamkeit, Höhenangst oder wirtschaftliche Existenzängste haben. Jeder trägt ein Lebenskonzept in sich, das sich seiner persönlichen Kontrolle entzieht und daher manchmal ein Gefühl der Beklommenheit hervorruft. Die meisten Menschen sind sich aber nicht wirklich bewusst, welche Ängste sie haben bzw. welche tieferen Ängste hinter ihren persönlichen Problemen stecken. Damit wir mit unseren Themen nicht ganz so ungeschoren davon kommen, nutzt das Schicksal jede erdenkliche Möglichkeit, uns damit zu konfrontieren. Unsere Ängste werden uns also immer wieder auf dem Tablett serviert, und früher oder später sollte man die Herausforderung beim Schopfe packen und sich die Hintergründe der vermeintlichen Bedrohung näher ansehen. Meist stellen sich die Befürchtungen als unbegründet heraus, und man fragt sich, warum man nur sein Leben lang davor davongelaufen ist. Nicht zuletzt offenbaren sich hinter den alten Ängsten oft neue Persönlichkeitsfacetten, die das Leben erfüllter und reicher machen. Alle, die noch vor ihren Ängsten davonlaufen, also die „Unbewussten”, werden leicht Opfer staatlicher und industrieller Mächte, die gerne öffentlich Ängste schüren, um ihre Interessen durchzusetzen, wie etwa die Angst vor einer Terrorbedrohung, vor den bösen EHEC-Bakterien (siehe dazu Hier & Jetzt) oder davor, dass uns das Licht ausgeht, wenn alle AKWs vom Netz gehen. Für einen echten „Angstdurchlebten” haben diese medial aufgebauschten Szenarien keine Kraft mehr. Man durchschaut diese Gebärden als lächerliche Machtspielchen, die man vertrauensvoll gedanklich entsorgen kann.