Einen gelungenen Nachmittag wünscht Ihnen der PRISMA Event-Guide for happy people.

Prisma Ausgabe 89

Beitragsseiten

  Artikel & Beiträge lesen

Andre HammonS

ie kennen sich gut in der Welt der Apps und Bytes aus? Sie wünschen sich zu Weihnachten einen Tablet-PC und sind schon ganz gut darin, die leuchtenden Symbole Ihres Smartphones zu schubsen? Sie besitzen schon einige Accounts bei diversen sozialen Netzwerken und verbringen jeden Tag Stunden damit, anderen Menschen Ihr Innenleben zu offenbaren? Dann willkommen in der „Permanent-Beschäftigt-Gesellschaft“! Nein, Sie müssen jetzt an der Bushaltestelle, im Zug oder im Wartezimmer mit niemandem mehr reden. Sie vertrauen Ihr Leben einem flimmernden Kästchen an, das Sie nie mehr allein lässt und Ihrem langweiligen Leben Farbe verleiht. Endlich sind Sie wer, denn Sie haben fast 500 Freunde und ebenso viele Apps, die Ihnen Ihr Leben vollständig abnehmen und Ihnen sagen, wohin es geht und was Sie am besten tun oder lassen sollen.

Ist die Erlösung aus der Alltagstristheit und der individuellen Bedeutungslosigkeit damit endgültig besiegelt? Von wegen. Inzwischen leidet fast jeder fünfte Arbeitnehmer in Deutschland unter dem Burnout-Syndrom. Die explosionsartige Zunahme der „Ausgebrannten“ hängt – wie wir heute wissen – unmittelbar mit fehlenden Rückzugsmöglichkeiten und dem Zwang zu ständiger Erreichbarkeit rund um die Uhr zusammen. Beruf und Familie fordern heute ein fast unerfüllbares Maß an Verfügungsbereitschaft. Wer sein Leben durch die Gesetze unserer Informationsgesellschaft fremdbestimmen lässt, ist ein potenzieller Burnout-Kandidat.

Darauf gibt es nur eine Antwort: Schluss mit dauerhafter Verfügbarkeit und zwanghaftem Tun-Müssen! Raus aus der Matrix einer Scheinwelt, in der wir unsere Seele für Schnickschnack verkaufen, den niemand wirklich braucht. Wenn Sie mutig sind und wirklich wissen wollen, was Ihr Leben ausmacht und was SIE für ein glückliches Leben brauchen, dann ist der geordnete Rückzug aus diesem Wahn die einzige Antwort. Mit etwas Abstand und Ruhe werden Sie merken, dass Sie diese digitalen Ablenkhilfen nicht wirklich brauchen, denn besessene Fensterschubser sind abhängig von einer Vermarktungsindustrie, die ihre Schafe durch nette Beschäftigungsmechanismen zu gängeln weiß. Erst wenn in der Stille der Medienrausch abgeklungen ist, erwacht die Einzigartigkeit, die in jedem Einzelnen schlummert.

Ich wünsche Ihnen für das neue Jahr, dass Sie den Weg der Selbstbestimmtheit und der Unabhängigkeit von Medienbeeinflussung gehen können. Nutzen Sie die digitalen Möglichkeiten in weiser Dosis und bleiben Sie sich selber treu ...