Eine erholsame Nacht wünscht Ihnen der PRISMA Event-Guide for happy people.

Prisma Ausgabe 94

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Andre HammonDie Wahl ist vorüber. Nichts ändert sich – alles bleibt, wie es ist. Die nächsten Jahre müssen wir ohne nennenswerten Widerstand einer kastrierten Opposition mit mehr staatlicher Regulierung denn je rechnen. Unterdessen findet sich unsere Gesellschaft kritiklos damit ab, dass wir bis in die Intimsphäre hinein bespitzelt werden und die Ungleichheit immer größer wird. Die Menschen haben den Konservatismus als neue alte Gesellschaftsform wiederentdeckt und tragen jetzt Dirndl und Trachtenanzug als Straßenkleidung. In dieser Montur schickt es sich nicht, protestierend um die Häuser zu ziehen. Stattdessen Mund halten und Gesäßbacken zusammenkneifen! Das konnten wir Deutsche schon immer am besten …

In diesen Zeitgeist passt auch die Scheinheiligkeit unserer Politiker, die Denkmäler für Widerstandskämpfer des Nationalsozialismus errichten, aber aktuelle Verfechter einer humaneren Welt, wie Edward Snowden, vor die Tür setzen. Denn es gibt sie noch: Menschen, die ihr Leben für mehr Freiheit und bürgerliche Rechte aufs Spiel setzen. Damals wie heute sind sie Geächtete und Feinde des herrschenden Systems, obwohl sie uns allen einen wertvollen Dienst erweisen. Ich drücke hier offen meinen tiefen Respekt für Edward Snowden aus und verurteile die Feigheit unserer politischen Vertreter, die Bürgerrechte hinter wirtschaftliche Interessen stellen.

Ich appelliere an Sie, verehrte Leserinnen und Leser, Ihre Sinne für solche Entwicklungen zu schärfen und ein Bewusstsein zu gewinnen, das Ihnen mehr Freiheit im Handeln ermöglich. Wegschauen und Weghören bedeuten eine persönliche Kapitulation. Ich wünsche Ihnen daher für das neue Jahr den Mut und die Kraft, aktiv Ihre Vorstellungen von einer lebenswerteren Welt zu verwirklichen und andere für Ihre Vorhaben zu begeistern. Lassen Sie sich aber von noch so hehren Idealen nicht gefangen nehmen. Jede Identifikation mit einer Seite weckt die Kraft der Gegenseite. Es nützt nichts, für das Gute zu kämpfen, denn mit Kampf ist noch niemals Frieden geschaffen worden. Das Gute fängt mit dem eigenen Ankommen bei sich selbst an. Danach wird sich die Welt, Ihre Welt, ausrichten …