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Prisma Ausgabe 100

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Editorial

Februar/März '15

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ie Kinder Abrahams haben der Welt kein gutes Erbe hinterlassen. Keine andere religiöse Wurzel der Menschheit hat derartig zerstörerische Blüten hervorgebracht, wie es das Judentum, das Christentum und der Islam sind. Während andere Religionsformen – wie etwa der Tibetische Buddhismus – sich um ein friedliches und selbstverantwortliches Handeln und Wirken im Leben bemühen, machen sich Abrahams Nachfahren die Welt mit all ihren nicht konformen Geschöpfen untertan und quetschen dem mittlerweile ausgezehrten Planeten bis heute die letzten Lebenselixiere aus ...

Wenn in dieser Zeit der Islam im Namen Allahs sein Leichentuch über die zivilen Opfer seiner Gräueltaten ausbreitet, haben wir keinen Grund, mit ausgestrecktem Finger auf Moslems zu zeigen. Bevor Christoph Kolumbus in seinem katholizistischen Missionswahn, den er später übrigens bereute, durch die Karibik zog und das heutige verarmte Haiti „eroberte“, herrschte bei den dort lebenden Taíno, ethnologisch zu den Arawak gehörend, ein friedliches und wohlorganisiertes Gesellschaftsparadies. Leider ereilte die Taíno wie Millionen durch Spanier und Portugiesen im Namen Christi dahingeraffte Azteken, Maya oder Inka das gleiche Schicksal: Tod und die Zerstörung einer wohlgeordneten Gesellschaft im Namen Christi!

Auch unsere heidnischen Kulturen hier in Franken und im angrenzenden Sachsen wurden vom großen Völkermörder Karl dem Großen – den unsere Kanzlerin stolz als Vater Europas bezeichnet (weiß die eigentlich, was sie sagt?) – im Zeichen des Kreuzes regelrecht abgeschlachtet. Wer sich bei heidnischen Kraftorten oder Eichen aufhielt, wurde für vogelfrei erklärt. Den wenigen, die nach seiner Herrschaft noch an die Beseeltheit der Natur glaubten und davon wussten, hat die Kirche mit der Inquisition endgültig den Garaus gemacht. Kein Wunder, dass wir heute weder einen Bezug zur Natur noch zur natürlichen Heilung haben und ohne Skrupel Bäume roden und Tiere in Schlacht-KZs hinrichten oder für wissenschaftliche Versuche quälen. Und wer wegen seines gewissenlosen Handelns als Börsenzocker doch noch ein schlechtes Gewissen bekommen sollte, kann am nächsten Sonntag in der Kirche um Vergebung bitten. Für mich gewinnt hier ein Zitat von Osho ganz neue Bedeutung: „Priester sind die Mafia der Seele“. Danke, Osho!

Abrahams Nachfahren kennen keine Selbstverantwortung, sondern nur Schuldscheine, mit denen man sich von seinem schlechten Gewissen freikaufen kann. Vielleicht war dies auch ein Grund für die Hörigkeit unseres Volkes, die uns schließlich in den Wahn des Nationalsozialismus führte. Möglicherweise können wir die Ursache für all das in der „Erbsünde“ finden, einem Trauma, das wir – um den Beitrag von Renate Schilling in dieser Ausgabe auf Seite XXX aufzugreifen – von Generation zu Generation unbewusst weitergeben. Doch dann ist es jetzt an der Zeit, uns endgültig davon zu befreien!

Wir brauchen heute keine Pegida-Demonstrationen und Gegendemos in unserem Land. Es kann der politischen Führung nur in die Hand spielen, wenn Bürger sich gegenseitig bekriegen und so von den eigentlichen Problemen in diesem Land ablenken: der Tatsache, dass weder unsere vorherrschende Wirtschaftsdiktatur noch die Kirchen eine Lösung für die zunehmende Gespaltenheit in der Gesellschaft und die Zerstörung unseres Planeten haben. Warum regt sich niemand darüber auf, dass unser Staat dem Bürger monatlich Steuern für eine mittelalterliche Religion vom Lohn abzieht? Für was eigentlich? Als ich noch als Sozialpädagoge arbeitete und Mitglied im Verein Kirche war, habe ich erlebt, wie um Steuergelder für soziale Projekte geschachert und intrigiert wurde. Glauben Sie ja nicht, dass soziale Maßnahmen für Bedürftige von der Kirche finanziert werden! Und die meisten, die heute für die Kirche arbeiten, heucheln ihre Zugehörigkeit ohnehin nur vor aus Angst, den Job zu verlieren.

Und inmitten dieser Querelen islamistischer Terroristen, christlicher Fundamentalisten und jüdischer Imperialisten die 100. Ausgabe der PRISMA! Es hätte nicht besser kommen können und zeigt mir, wie wichtig heute neue, entwickelte und selbstverantwortliche spirituelle Wege sind. Während religiöse Menschen „glaubend“ Gott im Außen suchen, handeln spirituelle Menschen, „wissend“ um ihre Göttlichkeit im Inneren, zum Wohle aller. Das sind die Menschen, die wir als unabhängige Zeitschrift ansprechen und erreichen wollen!

Für mich hat die Morgendämmerung jetzt begonnen. Wenn wir als Menschheit auf diesem Planeten überleben wollen, müssen wir zu einer neuen, gelebten Spiritualität kommen und Verantwortung für unser Handeln zum Wohle aller übernehmen. Solange wir Jesus oder Mohammed unsere Sünden aufbürden, wird die Menschheit mit der Arche Erde auf kein festes Land auftreffen.

Mir kommt gerade der große Weisheitslehrer und Bestsellerautor Neale Donald Walsch in den Sinn, der als gechannelte Botschaft in einem seiner Bücher den Satz brachte: „Menschen! Ihr habt mich alle missverstanden!“ Ja, wir haben Gott falsch verstanden und morden, heucheln, quälen, zerstören, missionieren, versklaven und moralisieren bis heute! Wir haben unsere nachfolgenden Generationen auf dem Gewissen, wenn wir ihnen weiter die Mär vom lieben Gott auf Wolke 7 erzählen. Machen wir endlich Schluss mit diesen Lügen und kümmern wir uns um unsere Kinder, Armen, Hilfsbedürftigen, geschändeten Tiere und vor allem um diesen wundervollen, fast schon kollabierenden Planeten.

Gott wird uns nicht helfen, wenn wir weiter Löcher in die Schiffsplanken der Arche sägen. Er ist aber sicher da – und da werde ich vielleicht etwas anmaßend –, wenn wir seine Schöpfung würdigen. Das Paradies ist hier und nicht anderswo! Kommen Sie gut ins Frühjahr …