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Prisma Ausgabe 108 Franken

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Editorial

108. Ausgabe Franken Juni/Juli 2016

K

ein schöner Land in dieser Zeit ... Nach einem winterlosen Winter überraschte uns ein unterkühlter Frühling. Und so spiegelte das Wetter die frostige Stimmung im Land, die uns nach der euphorischen Wirtschaftslaune der letzten Jahre eiskalt erwischt hat ...

Erfroren sind neben der Blütenpracht vor allem die sensibleren Künstlerseelen. So starb Ende Dezember der Godfather of Rock ’n‘ Roll, Lemmy Kilmister von Motörhead. Nur wenige Tage später verließ die Avantgarde-Ikone der Achtziger, David Bowie, das Raumschiff Erde. Doch damit nicht genug. Weitere epochale Stars der Musikszene sollten folgen. Allen voran Prince, der Mozart des 21. Jahrhunderts, der nicht nur zwei Dutzend Instrumente perfekt beherrschte, sondern auch für unzählige Stars Hits schrieb. Den Dimensionswechsel vollzogen ebenso Deutschlands größter Jazz- und Swing-Interpret, Roger Cicero; Wölli Rohde von den Toten Hosen; der NDW Trio-Drummer Peter Behrens, der Weltmusiker Papa Wemba; die britische Keyboard-Legende Keith Emerson; Gitarrist und Gründer von Jefferson Airplane, Paul Kantner; Gitarrist und Gründer der Eagles, Glenn Frey; Jimmy Bain, Keyboarder von Rainbow, Dio und Wild Horses; außerdem der Chansonier Frank Sinatra Jr.; Bandleader und Orchesterleiter Hugo Strasser; der Beatles-Produzent George Martin und aus der Klassik der französische Komponist und Dirigent Pierre Boulez. Als einzigen Nichtmusiker wollen hier noch den Journalisten und Schöngeist Roger Willemsen schon allein aus beruflichem Ethos heraus für seine Arbeit würdigen.

Schon seit Jahren werden die Spielwiesen zur persönlichen Entfaltung von Künstlern und Schöngeistern in Industrieäcker verwandelt. Wer will da noch mit Genuss und Freude verweilen und kreativ sein? TTIP und CETA werden weiter Vielfalt zerstören und wirtschaftliche Einfalt fördern. Das schwarze Loch „Kapitaldiktatur“ saugt alle unbewussten Seelen ein und wäscht ihre Gehirne für sein böses Spiel. Mittelalterlich anmutende religiöse Ideologien reißen zudem den letzten labilen Geist in den Abgrund. Stellen wir uns schon mal die Lorenzkirche in Nürnberg und den Bamberger Dom mit Minarett statt Kirchturm vor. Erste architektonische Entwürfe nehmen die Bauämter in Nürnberg und Bamberg entgegen. Kircheninventar wie Engels- und Heiligenskulpturen sind indes zum Schreddern frei gegeben.

Wohl denen, die ihrem Herzen treu geblieben sind und ausharren. Den Aufrechten, für die Leben Freude, Vielfalt und Bewusstheit bedeutet, ist diese Frühsommerausgabe gewidmet. Bleiben Sie sich treu – damit auch in den kommenden Jahren hier noch ein paar Wiesen blühen …