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Prisma Ausgabe 110 Franken

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Editorial

110. Ausgabe Franken Oktober/November 2016

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ainstream oder Rechtspopulismus – das gesellschaftliche Meinungsbild lässt heute offenbar keine anderen Werte mehr zu und polarisiert – wie in allen anderen Lebensbereichen auch – in Schwarz und Weiß, Gut und Böse, Rechts oder Links. In einer wahren Demokratie sind aber Grauwerte die Regel und helfen dem System, rechtzeitig Entwicklungen zu erkennen und Korrekturen vorzunehmen. Im heutigen Neokapitalismus dagegen unterscheidet man nur noch zwischen Soll und Haben, Nullen und Einsen. Das digitale Zeitalter neigt dazu, die analoge Welt auf eine Formel zu reduzieren. Doch es sind die Nuancen, die das Leben vielfältig und bunt machen und Wunder wahr werden lassen.

Wer heute eine eigene Meinung vertritt, wird stigmatisiert und als Gefahr für das System dargestellt. Das geht so weit, dass eine Zeitschrift wie die prisma in Ländern wie der Türkei längst zensiert und verboten wäre. Auch in Deutschland sind diese Trends zunehmend feststellbar. Entweder der Bürger schwört sich ein auf Angela Merkels „Wir-schaffen-das“-Kurs oder er ist ein Rechtspopulist und wird in den sozialen und öffentlichen Medien entsprechend zerrissen. Wenn, wie in der letzten Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, mehr als ein Fünftel der Wähler für die AfD stimmen, dann muss eine Demokratie das aushalten und die Meinung dieser Wählergruppe respektieren, statt sie zu stigmatisieren. Und wer ein NPD-Verbot fordert, glaubt immer noch, dass sich ein Problem durch Verdrängung und Verbote lösen ließe. Das Gegenteil ist der Fall.

In einer „echten“ Demokratie geht die Macht vom Volke aus. Im Neokapitalismus liegt die Macht aber bei den Konzernen. Daher ist der Wille des Volkes als analoge Instanz heute weder gefragt noch erwünscht. Stillhalten und Konsumieren lautet stattdessen das Credo. Es hat sich aber herumgesprochen, dass die vom Volk gewählten Vertreter einem Marionettenensemble gleichen, das an den Fäden der Wirtschaft hängt und von dort aus gespielt wird. Und im Reich der Konzerne gibt es - wie im Reich der Tyrannen - nur S(ch)ein oder Nichts(ch)ein, Gefolgstreue oder Vaterlandsverräter, wie Recep Tayyip Erdogan es uns gerade vormacht. Die Türken träumen vom Großosmanischen Reich. Erdogan spricht bereits von der Millionenstreitmacht seiner Landsleute, die potenziell in Deutschland auf Abruf bereitstehen. Hatten wir nicht schon einmal einen Größenwahnsinnigen, der ein Großreich beschwor? Wollen wir wirklich tatenlos zusehen und uns für unsere berechtigten Kritik als Rechtspopulisten abstempeln lassen?

In einem gesunden demokratischen System werden kritische Meinungen protegiert statt diskreditiert. Daher seien diese Fragen erlaubt: Warum sind dem Staat etwa 3 Millionen Kinder, die hier im Land an der Armutsgrenze leben, weniger wert als Zuwanderer, die regelrecht hofiert, betreut, gehätschelt und verwöhnt werden? Wer organisiert denn Freizeitfahrten für Alleinerziehende statt für Asylanten? Wer subventioniert Mietwohnungen für Obdachlose anstatt für Zuwanderer? Wer serviert Tafelbedürftigen ein anständiges Essen statt Flüchtlingen? Niemand! Bin ich deshalb ein Rechtspopulist, nur weil ich als diplomierter Sozialarbeiter berechtigte Fragen nach der sozialen Gerechtigkeit in unserem Land stelle?

Gerade als Prisma-Leser/innen sollten Sie sich das mentale Farbspektrum in seiner ganzen Vielfalt bewahren. Wer sich einem ganzheitlichen Weg verschreibt, braucht die AfD nicht zu fürchten. Im Gegenteil. Die AfD ist ein Indikator für die wachsende soziale Schieflage im Land. Polarisierung ist Trennung! Und ich denke nicht, dass dies der Geisteshaltung unserer Leserschaft entsprechen sollte …