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Das große HEILPFLANZEN-Kompendium

Heilpflanzen-Kompendium

von Brigitte Addington

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Brigitte Addington
Zertifizierte Wildkräuterexpertin und Fachkrankenschwester, Kommunikationszentrum für Kräuterkundige weltweit, Erlenfeld 19a, 91096 Erlangen, Fon: 09131-93 172 96 oder www.sonnetra.de.


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Baldrian (Valeriana officinalis)

Unterfamilie der Baldriangewächse

Beschreibung

Die hohe und aufrechte Gestalt des Baldrians ist sehr graziös und kann bis zu 1,50 Meter erreichen. Die Blätter sind gefiedert und seine rosafarbigen oder weißen Blüten formen sich zu durchsichtig wirkenden Trugdolden. Mondwurz wird er auch genannt, denn die Blüten leuchten in Vollmondnächten hell, bringen Licht in den dunklen Wald und laden die Elfen zum Tanz ein. Die Wurzel wirkt wie ein langer, weißlicher Bart. Es scheint fast, als würde der obere Teil der Pflanze der Erde entfliehen, während der andere Pol, das unterirdische Wurzelwerk, fest verankert und geerdet ist.
Besonders Kater werden von dem betörenden Duft der Pflanze wie magisch angezogen, suhlen sich darin und führen sich wie toll auf, weshalb sie auch Katzenkraut heißt. Manche Menschen verlieben sich in den typischen Geruch, andere ergreifen die Flucht. Für mich persönlich vermittelt der Duft eine angstlösende Geborgenheit.

Vorkommen und Standort

Beheimatet ist der Baldrian in Europa, Klein- und Mittelasien. Er kommt auch in Deutschland häufig vor; besonders oft ist er auf feuchten Wiesen, Waldlichtungen und an Bachufern anzutreffen.

Inhaltsstoffe

Enthält überwiegend ätherisches Öl mit den beruhigend wirkenden Valepotriaten und der krampflösenden Valerensäure.

Verwendung zu Heilzwecken

Baldrianwurzel erweist sich heute als eines der wirksamsten Mittel bei starker seelischer Belastung, bei Unruhe, übersteigerter Gedankenaktivität mit Neigung zur Gedankenflucht, bei nervös bedingten Einschlafstörungen, nervösen Herzbeschwerden, Herzklopfen und Schulstress. Die Wurzel verschafft nervösen Menschen ruhige Nächte ohne Nebenwirkungen. Trinken Sie eine Tasse Tee (Kaltauszug) am Abend, um den Tag loszulassen und sanft in die andere Welt hinüber zu gleiten. Aufgeregte Prüflinge erlangen durch Baldrian eine klare Konzentration, wenn er zum Beispiel als Tinktur eingenommen wird.
Neueste Studien belegen zudem eine angstlösende Wirkung. Die Nervenpflanze hat eine sehr ausgleichende Wirkung und hilft so, die eigenen Schattenseiten in einem neuen Licht zu sehen. Erkenne das Licht im Dunkeln!
Bei Überdosierung (nur bei Präparaten möglich, nicht bei Tee) kann eine Umkehrwirkung eintreten, vor allem bei älteren Menschen, d.h. sie werden unruhig und Schlaflosigkeit kann auftreten. Vor einer Operation sollte das Präparat abgesetzt werden, da es den Hirnstoffwechsel reguliert.

Volksheilkunde und Magie

Vertreter aus der weitverzweigten Familie der Baldriangewächse wurden in China und Indien bereits im Altertum genutzt. Die Wirkung war sogar schon im 5. und 4. Jahrhundert vor Christus bekannt. Unter dem geheimnisvollen Namen „Phu“ wird der Baldrian von Plinius, Dioskurides und Galen vor allem als harntreibendes und menstruationsförderndes, z.T. auch als schmerzlinderndes Mittel beschrieben. Im Mittelalter hielt man Valeriana officinalis für ein Allheilmittel, das gegen zahlreiche Krankheiten, sogar gegen die Pest, als Pulver eingenommen oder als Amulett um den Hals getragen wurde. Im Englischen wird er auch heute noch “All heal“ (Allesheiler) genannt. Der Gebrauch des Krautes versprach auch Freundschaft und aphrodisische Kräfte. Im Volksglauben galt der Baldrian als zauberabwehrendes Mittel gegen alles Böse.
In letzter Zeit findet man die heimische Heilpflanze immer häufiger in Straßengräben; es scheint, als versuche sie da auf ihre Art für „Verkehrsberuhigung“ zu sorgen!

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