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Das große HEILPFLANZEN-Kompendium

Heilpflanzen-Kompendium

von Brigitte Addington

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Brigitte Addington
Zertifizierte Wildkräuterexpertin und Fachkrankenschwester, Kommunikationszentrum für Kräuterkundige weltweit, Erlenfeld 19a, 91096 Erlangen, Fon: 09131-93 172 96 oder www.sonnetra.de.


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Goldrute (Solidago virgaurea)

Familie der Korbblütler

Beschreibung

Bei uns wachsen verschiedene Arten von Goldruten. Die Echte Goldrute (Solidago virgaurea) ist in Europa beheimatet und inzwischen recht selten geworden, während die höher wachsende, sehr vitale Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) ursprünglich aus Nordamerika stammt und sich massiv bei uns verbreitet hat. Leicht zu unterscheiden sind die beiden Arten an den Blüten und Blättern: Bei der Kanadischen Goldrute sitzen hunderte winziger Blüten dicht an dicht an einer Rispe. Der Blütenstand von Solidago virgaurea dagegen besteht aus weniger, dafür größeren Körbchenblüten in einer nur schwach verzweigten Rispe. Bei Solidago canadensis sind die Stängelblätter lanzettlich und vorne gesägt, während die Laubblätter bei der Echten Goldrute gestielt und eiförmig sind.

Vorkommen und Standort

Die Goldrute kommt überwiegend an lichten und trockenen Stellen vor.

Inhaltsstoffe

Sie enthält Saponine, Bitterstoffe, ätherische Öle und Gerbstoffe. Außerdem Flavonoide (gelbe Farbstoffe), die sich unter der Haut ablagern und wie ein Sonnenschutz wirken und die Haut vor UV-Strahlung und teilweise sogar vor Röntgenstrahlen schützen.

Verwendung zu Heilzwecken

Bei entzündlichen Prozessen wird das blühende Kraut der Echten Goldrute bevorzugt, da nur sie die entzündungshemmenden und antibakteriellen Inhaltsstoffe enthält. Ich persönlich verwende beide Pflanzenarten. Die krautige Pflanze ist das Nierenmittel der ersten Wahl. Sie bewirkt eine direkte Leistungssteigerung der Nieren und unterstützt die Ausscheidung von wasserlöslichen Giftstoffen. Hauptsächlich wird sie bei Harnwegserkrankungen, Reizblase, Harnsteinen und Nierengries eingesetzt. Auch kann sie als Begleittherapie bei Rheuma und Gicht verwendet werden. Bei den genannten Beschwerden wird empfohlen, das sonnige Pflanzengold als Tee oder Tinktur einzunehmen. Die Nieren gelten als das „Angst- und Beziehungsorgan“. Angstzustände machen sich oft in Form von Nierenproblemen oder kalten Füßen bemerkbar, da der Nierenmeridian an der Fußsohle entspringt. Auch wenn das soziale Beziehungsnetz einer Person in Unordnung gerät und das Thema „an die Nieren geht“, gerät der Elektrolythaushalt leicht in Unordnung. Das sonnige Pflanzengold hellt die Stimmung auf, wärmt von innen heraus und schafft einen fließenden Ausgleich, sowohl auf der körperlichen als auch auf der seelischen Ebene. Die Pflanze darf jedoch bei eingeschränkter Herz- oder Nierentätigkeit nicht verwendet werden, da dann die Leistungsfähigkeit der Nieren zu gering ist.

Im Bereich der Homöopathie wird die Goldrute bei Leber-, Gallen- und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen eingesetzt. Darüber hinaus wirkt sie schmerzstillend, krampflösend und unterstützt das Immunsystem.

Volksheilkunde und Magie

Bereits die Germanen bezeichneten die Goldrute als bestes Wundkraut und verwendeten es für Umschläge und Auflagen nach kriegerischen Auseinandersetzungen. Die Indianer stellten aus der zu uns „eingereisten“ Kanadischen Goldrute ein Mittel gegen Klapperschlangenbisse her, und bei einer Halsentzündung kauten sie die frischen Blüten. Außerdem wurden die goldgelben Blüten mit ihrem honigsüßen Duft früher zum Färben verwendet.

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