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Das große HEILPFLANZEN-Kompendium

Heilpflanzen-Kompendium

von Brigitte Addington

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Brigitte Addington
Zertifizierte Wildkräuterexpertin und Fachkrankenschwester, Kommunikationszentrum für Kräuterkundige weltweit, Erlenfeld 19a, 91096 Erlangen, Fon: 09131-93 172 96 oder www.sonnetra.de.


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Mädesüß (Filipendula ulmaria)

Familie der Rosengewächse

Beschreibung

Dieses Rosengewächs heißt auch Spierstaude, Federbusch oder Wiesengeißbart. „Reine de Prés“ – Wiesenkönigin – so nennen die Franzosen das Mädesüß, weil es an Schönheit und Größe andere Wiesengewächse übertrifft. In einigen Regionen trägt sie auch einen weniger poetischen Namen wie „Stopparsch", wegen ihrer Verwendung bei Durchfallerkrankungen.
Der Name Mädesüß bezieht sich nicht auf ein „süßes Mädchen“, sondern auf das Wort Met. Met ist eines der ältesten alkoholischen Getränke, das durch die Vergärung von Honig entsteht. Die Haltbarkeit und der liebliche Geschmack von Honigwein wurden besonders in den nordischen Ländern durch den Zusatz von Mädesüß-Blüten verbessert.
Es handelt sich um eine bis zu 1,5 Meter hohe, aufrechte Pflanze mit gelblich-weißen, intensiv herb-süß duftenden Blüten.

Vorkommen und Standort

Die Spierstaude ist ein sehr guter Wasseranzeiger. Sie liebt feuchte Stellen in Wiesen, an Bachrändern und sonstigen Uferzonen. Ist der Platz richtig, dann findet man die schöne Pflanze massenweise vor.

Inhaltsstoffe

Salicylate, Flavonoide, Gerbsäure, Kieselsäure, Vanillin und ätherisches Öl.

Verwendung zu Heilzwecken

Das Heilkraut diente in der Volksmedizin schon seit langem zur Behandlung von Schmerzen und Fieber. Im Jahr 1839 isolierte man aus den Blütenknospen die Salicylsäure, die allerdings in reiner Form angewendet häufig Magenschmerzen hervorrief. 1899 gelang es den Chemikern, ein synthetisches Derivat herzustellen, die Acetylsalicylsäure, aus der Aspirin, das heute weltweit meistverkaufte Medikament, hervorging. Mädesüß wird als schweißtreibendes Mittel bei Erkältungskrankheiten sowie als mildes Fieber- und Schmerzmittel empfohlen, volksmedizinisch auch zur Anregung der Harnfunktion, bei Nierenproblemen, Ödemen und Stoffwechselstörungen, außerdem bei Rheuma und Gicht, da es entzündungshemmend und entgiftend wirkt. Die Inhaltsstoffe sollen auch die übermäßige Produktion von Magensäure eindämmen und so Sodbrennen entgegenwirken. In der Küche ergeben einige Mädesüßblüten, in Plätzchen eingebacken oder in Milch ausgezogen, einen köstlichen Geschmack nach Mandeln, Vanille und Honig.

Volksheilkunde und Magie:

Die Wiesenkönigin war eines der heiligen Kräuter der Druiden. In der chinesischen Medizin gilt sie als kühlende Pflanze, die Hitze kühlt, diuretisch wirkt, Verhärtungen zerteilt, die Oberfläche öffnet und das Leber-Qi bewegt.
Der Honigduft der Blüten bewog früher die Imker, ihre Bienenstöcke mit dem Kraut auszureiben, damit die Bienen nach dem Ausschwärmen ihren heimatlichen Bienenstock an diesem Duft wieder erkannten und den Nektar an der richtigen Stelle ablieferten.
Es scheint, als wären alle Wiesenfeen mit dieser herrlichen Pflanze verbunden. In der Zeit zwischen Tag und Nacht schweben die Blütenelfen über die Wiese, sprechen mit den Pflanzen, versorgen sie und singen Lieder für sie. Wenn es Nacht wird, legen sich die Elfen in die duftenden Blüten des Mädesüß und schlafen geborgen ein. Frieden ist eingekehrt in der Welt!

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