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Das große HEILPFLANZEN-Kompendium

Heilpflanzen-Kompendium

von Brigitte Addington

- gelistet nach Erscheinen

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Brigitte Addington
Zertifizierte Wildkräuterexpertin und Fachkrankenschwester, Kommunikationszentrum für Kräuterkundige weltweit, Erlenfeld 19a, 91096 Erlangen, Fon: 09131-93 172 96 oder www.sonnetra.de.


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Mistel (Viscum album)

Familie der Sandelholzgewächse, auch Hexennest, Gespensterrute, Alpranke (Alp = elfisches Wesen) genannt.

Beschreibung

Der botanische Name „Viscum“ bedeutet Vogelleim, „album“ heißt „weiß“. Vor allem Drosseln mögen das schleimig-klebrige Fleisch der weißen Beeren. Während der Mahlzeit bleibt durch diesen „Vogelschleim“ der Mistelsamen am Schnabel der Vögel kleben. Beim Schnabelputzen streichen sie ihn dann an Zweigen und Ästen von benachbarten Bäumen ab. Wenn die Samen keimen, weicht die Baumrinde auf und es wächst eine Art Wurzel tief in das Holz hinein. So holt sich dieser Halbparasit Wasser und Nährsalze aus dem Wirtsbaum, während er die übrigen Nährstoffe mit seinen immergrünen Blättern selbst produziert.

Weil die Mistel hoch oben in den Bäumen wächst und besonders im Winter als grüne Kugel in den laubfreien Ästen gut zu erkennen ist, sagt man, sie sei „weder Kraut noch Baum“. Der Halbschmarotzer hat seinen eigenen Rhythmus und verhält sich so, als gingen ihn die Jahreszeiten gar nichts an. Ganz unscheinbar blüht er zwischen März und April, und erst 21 Monate später, zur Wintersonnwende, reifen die weißen, klebrigen Beeren. Die immergrünen Blätter sind rau, ledrig und schmecken leicht bitter.

Inhaltsstoffe

Polypeptide, Lektine, biogene Amine, Flavonoide, Polysaccharide # und vieles mehr.

Vorkommen und Standort

Der kleine Strauch wächst in Europa und Asien auf Laub- und Nadelbäumen. Misteln, die auf Eichen wachsen, gelten als besonders wertvoll, sind aber extrem selten. Oft gedeihen sie auf knorrigen Bäumen, die auf Strahlenkreuzungen wachsen.

Verwendung zu Heilzwecken

Rudolf Steiner hat die Mistel für die Krebstherapie wieder entdeckt, und auch die pharmakologische Forschung hat sich eingehend mit dieser Pflanze beschäftigt. In ihr wurden tumorhemmende Proteine gefunden, und ihre immunstimulierende Wirkung ist bestätigt. Zubereitungen daraus greifen selektiv die Krebszellen an, ohne gesunde Zellen zu zerstören. Zugleich schützen sie gesunde Zellen vor den Schäden einer Chemo- oder Strahlentherapie.

Das Heilkraut kann auch angewendet werden bei leicht erhöhtem Blutdruck, nervösen Kopfschmerzen, Migräne, Kreislaufbeschwerden und Schwindelanfällen.

Außerdem werden Mistelpräparate zur unspezifischen Reiztherapie bei entzündlichen Gelenkerkrankungen (Arthrose) eingesetzt. Sie reizen das Gewebe und fördern so die Durchblutung in den betroffenen Gebieten.

Volksheilkunde und Magie

In der keltischen Medizin wurde die Mistel als Allheilmittel eingesetzt und als heilige Pflanze verehrt. Insbesondere diejenigen, die auf Eichen wuchsen, galten als ein vom Himmel gesandtes Zeichen, dass der Baum vom Gott selbst auserwählt worden war.

Die Mistel verstärkt alle magische Arbeit, besonders die für Heilung, Schutz, Kraft und wundervolle Träume. Ein kleines Mistelamulett, am Körper getragen, kann eine Brücke sein zwischen Zauber und Realität. Die Mistel hilft uns, mit dem Chaos umzugehen, und kann in der spannungsgeladenen und hektischen Vorweihnachtszeit wahre Wunder vollbringen. Probieren Sie es einfach aus!

Hier ein alter Brauch aus England: Zu Weihnachen wird ein Mistelzweig über die Türschwelle gehängt. Wer sich unter dieser Mistel befindet, ist – wie die Pflanze selbst – frei von allen gesellschaftlichen Konventionen und darf küssen, wen er oder sie möchte.

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