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Das große HEILPFLANZEN-Kompendium

Heilpflanzen-Kompendium

von Brigitte Addington

- gelistet nach Erscheinen

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Brigitte Addington
Zertifizierte Wildkräuterexpertin und Fachkrankenschwester, Kommunikationszentrum für Kräuterkundige weltweit, Erlenfeld 19a, 91096 Erlangen, Fon: 09131-93 172 96 oder www.sonnetra.de.


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Ringelblume (Calendula officinalis)

Familie der Korbblütler

Beschreibung

Diese einjährige Sommerblume aus der Familie der Korbblütler hat einen Ehrenplatz im Garten verdient, denn sie kann auf eine lange Tradition als Heil- und Zierpflanze zurückblicken. Man nennt sie auch Wucherblume, da sie sich durch ihre vielen geringelten Samen (daher Ringelblume) rasch vermehrt und lange blüht. Im März ausgesät, beginnt sie bereits im Juni zu blühen, und oft können wir uns noch im November an einigen gelborange strahlenden Blüten erfreuen.

Vorkommen und Standort

Ringelblumen stellen nur geringe Ansprüche an den Boden, sie bevorzugen jedoch lehmige, nährstoffreiche Erde. Wild wachsend kommen sie bei uns nicht vor, in Südeuropa finden wir jedoch die kleinere Wildform.

Inhaltsstoffe

Ätherisches Öl, Flavonoide, Cumarine, Schleime, Saponine, Allantoin und Carotinoide. Im Kelch und in den Röhrenblüten der Pflanze befindet sich übrigens 10-mal mehr ätherisches Öl als nur in den Zungenblüten.

Verwendung zu Heilzwecken

Die Carotinoide (Provitamin A) färben nicht nur den Tee goldgelb, sondern sind auch „Gold für die Gesundheit“. Sie stärken die Immunkraft von Körper, Haut und Schleimhäuten und wirken den sogenannten „freien Radikalen“ entgegen. Dies sind aggressive Sauerstoffmoleküle, die z.B. nach zu intensiver Sonneneinstrahlung die Haut rascher altern lassen und Hautkrebs auslösen können. Carotinoide können durch ihre immunstärkende und krebshemmende Wirkung die Regeneration der Haut unterstützen. Eine Ringelblumencreme sollte in keiner Hausapotheke fehlen, da sie wundheilend, desinfizierend, antibakteriell (gegen Staphylococcus aureus), virustatisch, fungistatisch und entzündungshemmend wirkt.

Ringelblumenöl ist sehr gut verwendbar zur Narbenpflege und bei Hautreizungen aller Art. Tägliche Baucheinreibungen mit dem Öl verhüten Schwangerschaftsstreifen, da das Gewebe auf sanfte Weise gekräftigt wird.

Die frischen Randblüten geben Speisen wie Pudding und Kuchen eine wunderbare goldgelbe Farbe und einen würzig balsamischen Duft. Früher färbte man damit Butter. Die Blüten, z.B. im Salat, regen den Gallefluss an und senken den Cholesterinspiegel.

Volksheilkunde und Magie

Schon Pfarrer Kneipp setzte Ringelblumentee und -auflagen gegen eitrige und bösartige Geschwülste ein, da sie zytotoxisch gegen verschiedene Typen von Tumorzellen wirkt. Früher wurde Calendula gern auf dem Friedhof ausgesät, weshalb sie auch Totenblume oder Niewelkblume genannt wird. Hier sollte sie mit ihrer unerschöpflichen Vegetationskraft ein Zeichen des ewig dauernden Lebens setzen. Sie scheint nie zu welken, so wie auch die Liebe und Verbundenheit zu dem verstorbenen Menschen nie enden.

Die Blume speichert sehr viel Sonnenkraft und spendet uns Lebenswärme. Schon allein der Anblick dieser Sonnenbraut ist Augenschmaus und Seelenbalsam zugleich. Eine Farbtherapie mit bunten Blüten hellt manchmal zuverlässiger die Stimmung auf als irgendeine Pille – ein Heilmittel ohne Nebenwirkungen für „innere Wunden“. Die Blüten sind ein Geschenk der Natur für traurige und der Schattenseite des Lebens zugewandte Menschen. Ein bunter Blütentee bringt wieder Licht und Farbe ins Leben und zaubert ein Lächeln in jedes Gesicht, das tröstet und die Sorgen lindert.

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