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Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata)

Familie der Kreuzblütlern

Beschreibung

Die breiten, annähernd herzförmigen, tief eingekerbten Blätter der Pflanze ähneln jenen der Brennnessel, sie sind aber von hellerem Grün und brennen nicht. Zerreibt man eines von ihnen zwischen den Fingern, fällt einem sofort das knoblauchartige Aroma auf. Trotz des Knoblauchgeschmacks zählt das Kraut nicht zu den Lauchgewächsen, sondern zu den Kreuzblütlern, was ein Blick auf die kleinen weißen Blüten mit vier Blütenblättern, aber auch der scharf-bittere Nachgeschmack einer Kostprobe verrät. Die Knoblauchsrauke ist eines der ersten Kräuter im Frühjahr und eines der schmackhaftesten, wie ich finde.

Vorkommen und Standort

Alliaria petiolata liebt feuchte, halbschattige Standorte, Waldränder, Parks und Hecken und kommt oft flächendeckend vor.

Inhaltsstoffe

Die Pflanze enthält Saponine, Knoblauchöl, ätherisches Öl, Senfölglykoside, blutdruckregulierende Glykoside, Vitamin A und C sowie Mineralstoffe.

Verwendung zu Heilzwecken

Wer sich für eine blutreinigende und harntreibende Kur interessiert, dem sei dieses vitaminreiche und verdauungsunterstützende Kraut ans Herz gelegt. Über vier Wochen hinweg täglich zwei Handvoll frisch gegessen, und die Frühjahrsmüdigkeit wird sich nicht einstellen. Medizinisch anerkannt ist die antiseptische, keimhemmende, pilzwidrige und wundheilende Wirkung. Ebenso ist das Kraut schleimlösend und hat einen positiven Einfluss bei Asthma, Husten und Bronchitis. Gequetschte Knoblauchsraukenblätter auf eitrigen Wunden und Insektenstichen wirken entzündungshemmend und desinfizierend. Am besten ernten Sie die zarten, frischen Frühlingsblättchen sowie die weißen Blüten. Wenn Sie von der Knoblauchrauke einen „Blumenstrauß" pflücken und ins Wasser stellen, können Sie mehrere Tage lang die frische Pflanze verwenden. Beim Kochen verflüchtigt sich der pfeffrig-knoblauchartige Geschmack. Knoblauchsrauke muss daher Speisen in rohem Zustand beigegeben werden. Die moderne Kräuterküche hat die Pflanze wiederentdeckt und mischt die feingehackten Blätter in Salatsoßen und Quark- oder Frischkäsemischungen. Darüber hinaus werden die geschmacksintensiven Blüten verwendet, um salzige Sorbets und Salate zu dekorieren. Die schwarzen Samen der Knoblauchsrauke lassen sich ähnlich wie Pfefferkörner verwenden und haben einen sehr scharfen Geschmack.”

Volksheilkunde und Magie

Früher glaubte man, dass der Kreuzblütler bösen Zauber abzuwehren vermag. Im Mittelalter galt das Kräutlein als „Salz in der Suppe“ und Gesundheitsbringer. Die ärmere Bevölkerung konnte sich keine teuren Gewürze leisten, deshalb schätzte sie den scharfen Geschmack ihrer Samen und Wurzeln sehr. 5000 Jahre alte Funde von Kochstätten haben gezeigt, dass die Knoblauchsrauke schon damals als Gewürz- und wahrscheinlich auch als Heilkraut verwendet wurde. Damit ist sie das älteste bekannte einheimische Gewürz. Nachdem ihr einige Zeit kaum Beachtung geschenkt wurde, ist sie mittlerweile wieder populärer und wird von vielen Kräuterkennern als Würzkraut sehr geschätzt.

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