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Scharbockskraut (Ranunculus ficaria)

Familie der Hahnenfußgewächse

Beschreibung

Die Pflanze gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und trägt wie gelackt glänzende, buttergelbe Sternenblüten, die gerne von Insekten besucht werden. Der Geschmack der kriechenden herzförmigen Blätter ist pfeffrig scharf und knackig frisch.

Inhaltsstoffe

Die Feigwurz entwickelt während der Blüte den leicht giftigen Stoff Protoanemonin, der zu Magen-Darmreizungen führen kann. Die Blätter sollten deshalb vor der Blütezeit verwendet werden; dann ist sie eine wunderbare „Vitamin-C-Bombe“ nach der kargen Jahreszeit. Der Vitamin-C-Gehalt beträgt 131 mg/100 g essbaren Anteils (Mittelwert) – also reichlich im Vergleich zu Chinakohl mit 36 mg und Kopfsalat mit 13 mg! Außerdem enthält die Pflanze viel Vitamin A, Saponine und ätherische Öle.
Nach der Blüte kann das gesunde Wildkraut auch wieder verwendet werden, aber dann nehmen wir andere Teile der Pflanze: die Brutknöllchen. Das sind 1–3 cm lange, längliche Wurzelknollen, welche die Pflanze auch zur Vermehrung benutzt. Ihre Form erinnert an Feigwarzen, und sie entwickeln sich in den Blattachseln und an den Wurzeln. Es ist eine Fleißarbeit, diese kleinen stärkereichen Vorratsspeicher des Krautes zu sammeln. Diese sogenannten Bulbillen, die oftmals vom Regen zu einem Knäuel zusammengespült werden, wenn das Kraut einzieht, wurden im Volksmund auch als „Himmelsbrot“, „Himmelsgerste“ oder „himmlisches Manna“ bezeichnet, weil man sie in Hungerszeiten mit den Wurzeln zu Mehl vermahlen hat.

Vorkommen und Standort

Das Scharbockskraut wächst uns schon im zeitigen Frühjahr von März bis Mai an Bachrändern, in feuchten Wäldern und Wiesen in ganzen Teppichen entgegen. Es liebt basen- und stickstoffreiche Böden.

Verwendung zu Heilzwecken

Der kleine Frühlingsblüher vertreibt jede Frühjahrsmüdigkeit, wirkt vorbeugend gegen Erkältungen und gleicht den Vitaminhaushalt aus. Scharbockskrautblättchen können als würziges Beikraut in jeden Salat oder Kräuterquark gegeben werden.
Der Name der Pflanze ist auf ihren hohen Vitamin-C-Gehalt zurückzuführen: Im Volksmund hieß Skorbut „Scharbock“, daher auch der Name Scharbockskraut. Skorbut war die berüchtigte Vitamin-C-Mangelerkrankung, die vor allem auf langen Seereisen auftrat. Hier half die Erdgerste mit ihrem lagerfähigen Vitamin, das die Pflanze in den Brutknöllchen speichert. Man nahm sie damals gleich fässerweise mit aufs Schiff. In Essig oder Butter gedünstet, war dies eine lebensrettende Matrosenspeise. Natürlich können wir auch heute noch unseren Speiseplan damit bereichern.

Rezept für Scharbockskraut-Kapern

Brut- und Wurzelknöllchen sammeln und über Nacht in Salzwasser einlegen, abspülen und in Obstessig 5 Minuten garen. In Gläschen abgefüllt sind sie wie Kapern lange lagerfähig und einfach köstlich!

Volksheilkunde und Magie

Da die Brutknöllchen des Krautes Hämorrhoiden ähneln, wurden sie im Mittelalter von der Signaturenlehre auch für deren Behandlung eingesetzt. Man stellte eine Wurzelsalbe her oder bereitete ein schmerzlinderndes Sitzbad. Die Signaturenlehre basiert auf dem Grundsatz, dass der Schöpfer den Menschen bei der Suche nach Heilmitteln für ihre Krankheiten den Weg weist, indem er die heilenden Kräuter mit entsprechenden äußeren Merkmalen ausgestattet hat. So wirken zum Beispiel die herzförmigen Veilchenblätter gegen Herzbeschwerden, die behaarten Blätter der Brennessel fördern den Haarwuchs, und die „Augen“ der Kamille helfen bei Augenleiden.

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