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12.03.2018 - Email

Hallo Herr Hammon,

die letzten beiden Editoriale (Feb & März 17) haben mich überrascht und auch sehr erschreckt.

Wir wissen es alle: Wir leben in einer Zeit ideologischer Extrempositionen, in der wir durch unser Handeln wie unser Nichthandeln ein öffentliches politisches Statement abgeben; in der sich zeigt, wer sich ernsthaft für eine liebevollere Welt einsetzt, wer nur redet, und wer sich von Angst und Hass lähmen lässt.

Jep, ich rede natürlich vor allem von den Geflüchteten, die bei uns Schutz und Hilfe suchen. Viele Menschen haben mich positiv überrascht, vor allem die kirchlichen und interreligiösen Organisationen, sogar - obwohl da noch viel Luft nach oben ist - die Bundesregierung und auch das Gros meiner Bamberger Mitbürger, dass sich umwerfend engagiert.

UND DANN lese ich in einer Zeitschrift, die vorgeblich Liebe, Frieden und eine bessere Welt anstrebt, schon zum zweiten Mal Hetze gegen Asylsuchende und den Islam?

Sie rufen auf, Grün zu boykottieren, schimpfen auf die Regierungsparteien und sind gegen Zuwanderung, den Euro, den Islam, Nato-Einsätze gegen Menschenrechtsverletzer... also das klingt alles unmissverständlich nach einer ganz bestimmten Partei.

IST DAS IHR ERNST? Ich hoffe einfach sehr, dass Sie auf etwas ganz anderes hinauswollten. Wenn ja, bitte, bitte kommunizieren Sie das ganz deutlich. Es ist gerade heute so wichtig, was man den Menschen mitgibt. Es ist so wichtig, Offenheit, Vielfalt, Toleranz und Mitgefühl zu predigen und vorzuleben. Und es ist soviel gesünder, FÜR etwas zu sein, als gegen alles und jeden.

Wir wollen doch nicht, dass John Lennon sich im Grab umdreht.

In diesem Sinne,

Peace!


Sehr geehrte Prisma-Leserin,

vielen Dank für Ihre Zuschrift, die ich leider erst jetzt beantworten kann.

Grundsätzlich haben Sie Recht, dass jetzt Chancen aufzeigen vermutlich mehr bringt als weiterhin auf Problemen herum zu reiten. Mir geht es aber darum, zunächst einmal die Dinge bewusst zu machen, also den Finger auf die Wunde zu legen. Wenn ich etwas genau benennen kann, dann kann ich das auch verändern. Sonst bleibt das unbewusst. Drüber hinweg ist nicht mein Konzept.

Mit unserem Magazin zeigen wir durchweg nur Möglichkeiten auf, etwa wenn ich an die Serie „Glücklich leben“ denke. Wir haben NUR Good News, mal von meinem Editorial abgesehen. Hier setze ich ein Gegengewicht und spreche die Lage an, ohne zu bewerten. Das aber schonungslos. Ich bedauere dabei den Umstand, dass die meisten Menschen in ihren Meinungen nur noch zwei Schubladen pflegen: Gut oder Böse, Systemkonform oder Nazi. Ich frage mich: „Wo sind die Facetten geblieben? Wo die Grauwerte?“ Es muss doch möglich sein, diese Umstände anzusprechen ohne gleich in die Schublade Adolf gesteckt zu werden?

Es gab Zeiten in unserer Politik, da waren Meinungen gefragt, da wurde debattiert, auch kontrovers. Es gab einen politischen Diskurs. Das war in den Siebzigern des letzten Jahrhunderts. Heute kennen wir nur noch eine alternativlose Kanzlerin. Dabei habe ich gelernt, dass gerade eine Demokratie von Alternativen lebt. Bloß wo sind die? Bei der AfD? Die anderen Parteien scheinen sich ja einig zu sein. Alternativlos. Das ist Linksfaschismus. Schauen wir uns doch mal den Status Quo an:

Die Altersarmut seit der Kanzlernominierung von Angela Merkel 2005 ist um 100 Prozent auf ca. 1,3 Millionen Rentner und Rentnerinnen bzw. Erwerbslose gestiegen. In dem Zusammenhang sind die nicht staatlich organisierten Tafeln zur Versorgung von Menschen mit kostenfreien Lebensmitteln von 2005 mit 400 auf heute ca. 1.000 Tafeln angewachsen. Eine Steigerung also von 150 %! Gleichzeitig stieg die Armut von Kindern unterhalb der Einkommensgrenze von 16 Prozent 2005 auf 22 Prozent in 2017. Schockierend ist dabei die Zahl von fast 50 Prozent aller Kinder in Deutschland, die heute bereits in unsicheren finanziellen Haushalten leben und quasi von Armut jederzeit betroffen sein könnten. 48 Prozent der Alleinerziehenden leben heute von SGB-II-Leistungen, wie z.B. Harz VI. 2004 waren es vergleichsweise nur 36 Prozent. Dem gegenüber steht eine wachsende Kriminalität, die es jedem Bürger des Landes inzwischen unmöglich macht, sich ohne Pfefferspray in der Öffentlichkeit zu bewegen oder auf öffentliche Veranstaltungen zu gehen ohne sich massiven Sicherheitskontrollen gegenüber ausgeliefert zu fühlen. Es war noch nicht lange her, als man noch ohne Straßensperren auf Jahresmärkten und ohne Sicherheitscheck bei Veranstaltungen lustvoll flanieren konnte.

Demgegenüber steht ein sintflutartiger Geldfluss, der nur noch Börsianern zur Verfügung steht und die Reichen in der Minderzahl noch reicher macht. Amazon-Gründer Jeff Bezos ist inzwischen mit ca. 120 000 Millionen US$ der reichste Mann der Welt ist. Wollen Sie das so ungestraft gelten lassen? Gerade als ganzheitlich denkender Mensch DARF man solche ENTGLEISUNGEN nicht hinnehmen. Ich arbeite noch als diplomierter Sozialpädagoge als Betreuer von 10 Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Ich bin mittendrin und sehe, was hier schief läuft.

Gerade Sie als Frau sollten sich daher fragen, ob denn das sich ausbreitende islamische Weltbild von „Kinder, Küche, Kirche“ für Sie stimmig ist. Wir hatten doch schon eine Emanzipation oder täusche ich mich? Ich bin daher enttäuscht, dass sich Frauen das gefallen lassen. Jetzt kommt noch „Vielfrauenehe“, „Beschneidung von Jungen“, oder „Verschleierung der Frau in der Öffentlichkeit“ dazu. Und dass sich Erzieherinnen jetzt ein „Grüß Gott“ im KIKA verkneifen und mit der Tradition des „Martinsumzuges“ brechen müssen, um jetzt einen „Lichterumzug“ zu veranstalten, zeigt die groteske politische Realität, die unsere Kultur mit Füßen tritt. Uns Sie gehen konform damit.

Ich denke, wir müssen die Dinge ansprechen. Oder meinen Sie etwa, dass Schweigen die richtige Antwort ist? Wir haben zu lange nicht hingeschaut. Ich habe 3 Söhne. Soll ich denen so ein Weltbild hinterlassen und stattdessen mit esoterischem Geschwafel eine heile Welt malen?

Sie sind jetzt als Frau gefragt, dass Sie so etwas verhindern. Da ist Ihre Kreativität gefragt. Soll ich allen Leserinnen alles vorkauen? Das ist nicht mein Job. Ich fühle mich ziemlich auf den Arm genommen, weil die letzten 50 Jahre angeblicher Emanzipation für die Katz waren.

Meine Alternative ist dazu, ich erinnere, Merkel hat keine, dass wir die Errungenschaften unserer freien Kultur verteidigen und wieder salonfähig machen. Hoppla, dass will ja die AfD auch. Sie offenbar nicht. Na ja, dann bleibt doch nur noch Kinder, Küche, Kirche übrig. Den meisten Männern wird das vermutlich sogar recht sein. Einer, der dies Kritisiert, wie ich, wird dann als Nazi hingestellt. Sie haben mich verdammt falsch verstanden. Tut mir leid für Sie ….

Mit freundlichem Gruß

André Hammon
    Verleger, Herausgeber






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