Eine erholsame Nacht wünscht Ihnen der PRISMA Event-Guide for happy people.

Feedback Editorial Ausgabe Nr. 120

Liebe Redaktion, Lieber Andre Hammon,

auch ich empfinde die zunehmende Polarisierung der Gesellschaft als äußerst dialogfeindlich. Das Editorial finde ich, verfehlt leider das Ziel, Vielfältigkeit und Ganzheitlichkeit abzubilden. Auch ein kritisches Hinterfragen kritischer Stimmen muss möglich sein.

Die Polarisierung wird durch die Gegenüberstellung von Leistungen für Geflüchtete und nicht Geflüchtete keinesfalls aufgehoben. Zu einer ganzheitlichen Betrachtungsweise gehört auch, dass der kritisierte Neoliberalismus noch nie Geld für die Obdachlosen, Alleinerziehenden... übrig hatte. Das ist furchtbar. Es hat jedoch nichts mit den Geflüchteten zutun, die leider nicht betreut und verwöhnt werden, wie es Menschen, egal welcher Staatsbürgerschaft, verdient hätten.

Ich wünsche mir von Ihnen eine Darstellung, die den guten Geist in uns allen weckt, anstatt zu polemisieren. Einen konstruktiv-kritischen und spirituell wertvollen Beitrag.

Hoffnungsvoll

Annelene Ohlmeier

    Sozialpädagogin (BA)


Sehr geehrte Frau Ohlmeier,

herzlichen Dank für Ihre richtige Einschätzung. Da wir beide Diplom-Sozialpädagogen sind, sehe ich wie Sie auch, dass unser Kapitalismus für soziale Belange nur das Notwendige investiert, da der Kosten-Nutzen-Faktor hier zunächst nicht die wirtschaftlichen Kriterien erfüllt. Es ist leider wirtschaftlich nicht belegbar, dass eine „gesunde“ oder „gesündere“ Gesellschaft leistungsfähiger ist und daher insgesamt eine höhere Produktivität ermöglicht. Das machen Sie mal einen Ökonomen klar.

Des weiteren haben Sie natürlich Recht, dass Polarisierungen das Problem nicht lösen. Ich versuche zunehmend immer weniger die Welt in Gut und Böse aufzuteilen, wie das in den letzten Ausgaben immer offensichtlicher wird.

Ich sehe aber eine zunehmende soziale Destabilisierung, indem wir Flüchtlinge auf das gleiche Niveau wie einen Harz-IV-Empfänger stellen. D.h. dass jeder Verdienst unter 1.200 € schlechter gestellt ist, als arbeitslos zu sein. Zudem sehe ich die Leistungen der Menschen nicht gewürdigt, die vielleicht ihr Leben lang in dieses System gezahlt haben und auf der gleichen Stufe stehen wie Menschen, die als Migranten in dieses Land kommen.

Das bedeutet auch, dass ich als Selbständiger, würde ich eines Tages mein Unternehmen einstellen müssen, genauso behandelt werden würde, wie ein Flüchtling aus Eritrea. Und da wird kein Unterschied gemacht, ob ich als Unternehmer vielleicht vielen Menschen über Jahre hinaus eine Arbeit gegeben habe oder Hunderttausende Euros an Steuern zahlte.

Polen hatte sich ja bereit erklärt, 1.000 Christen aus Syrien aufzunehmen. Diese 1.000 Menschen sind inzwischen alle in Deutschland. Warum? Weil sie in Deutschland 417,- € Taschengeld monatlich, eine Wohnung, inkl. Heizung und Zuschüsse für Wohnungsausstattung bekommen. Polen zahlt den Flüchtlingen lediglich 85,- € im Monat und steckt sie in Massenunterkünfte. Damit wird offensichtlich, dass es den Menschen nicht um Sicherheit, sondern um wirtschaftliche Besserstellung geht. Der gerade diskutierte Asyltourismus wird hier voll offensichtlich. Die Menschen gehen dahin, wo es ihnen wirtschaftlich am besten geht.

Und wenn ich heute sehe, dass an den Tafeln überwiegend ältere Frauen und Männer Schlange stehen, die Deutschland nach dem Krieg aufbauten, vielleicht Kinder für dieses System in die Welt setzten und aufgrund einer Scheidung oder durch den Verlust ihres Partners jetzt nur noch ein paar Hundert Euro Rente haben und damit klar kommen müssen, dann stellt sich die Frage, ist das gerecht? Ist das die Würdigung für Menschen, die ihre Lebenszeit für Deutschland geopfert haben, Geld in die Sozialsysteme brachten und sich für dieses Land engagierten? Das ist ein Affront gegen die Menschlichkeit.

Ich kann einerseits nicht mehr nachvollziehen, dass die Klos in der Schule meines Sohnes in einem erbärmlich stinkenden Zustand sind, weil angeblich kein Geld der Renovierung da ist und wir andererseits uns die Migration jährlich 50 Milliarden kosten lassen. Ist das gerecht? Ist das richtig? Sollen wir so schandhaft mit dem zukünftigen Potenzial einer Gesellschaft umgehen, um Hundertausende von eingeladenen Analphabeten in die Gesellschaft zu integrieren, die das weder können noch wollen?

Ich kann als Sozpäd keine soziale Ungerechtigkeit tolerieren. Ich bin mir sicher, dass wir 80 % weniger Migranten in diesem Land hätten, gebe es nur Sach- statt Geldleistungen. Ich kritisiere nicht diese Menschen, die das natürlich ausnutzen und von uns Sozpäds noch erfahren, wie sie am besten das Sozialsystem schröpfen. Nein, dieses System schafft soziale Ungleichgewichtigkeiten. Und das will ich nicht verschweigen. Ich arbeite auch als Betreuer, lehne aber die Arbeit mit Asylanten inzwischen ab. Ich bin für Asyl, aber nicht für Integration. Das hat nichts miteinander zu tun. Und unseren Müttern stellte sich nach dem 2. Weltkrieg nicht die Frage, ob Sie Asyl in Frankreich oder woanders suchen. Sie haben das Land wieder aufgebaut. Und das ist auch die Aufgabe der Millionen, die weniger vor den Krieg als vor wirtschaftlichen Gründen flüchten.

Mit freundlichem Gruß

Andre Hammon
    Verleger, Herausgeber






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