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Lugnasad – Das Fest der Schnitterin

Lugnasad – Das Fest der Schnitterin

Erntezeit und Fülle


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it diesem Fest beginnt die Erntezeit. Alles, was wir gesät und genährt haben in diesem Jahr, feiert jetzt seinen Erfolg. Das Symbol der Sichel der Schnitterin zeigt, was jetzt ansteht, nämlich die reifen Früchte und das Heu zu ernten, einzubringen und die Geschenke der Natur zu verarbeiten, um Vorräte für die dunklen und kalten Zeiten zu haben. Die Ernte ist erst in Sicherheit, wenn sie eingebracht ist, und Hagel, Sturm und Regen können schnell alles Erreichte zunichtemachen, so wie auch unsere fruchtbaren Projekte einen plötzlichen Absturz erleben können. So ist also in Mensch und Natur noch nicht alles gewonnen und es bedarf weiterhin der Bitte um Schutz und Segen, damit alles in ruhigen Bahnen läuft und die Ernte gut wird.

Die Schnitterin hilft einerseits mit ihrer Sichel, die Ernte einzubringen, andererseits erinnert uns das Symbol nicht zufällig an eine andere Sichel, die des Gevatter Tod nämlich. Geburt und Tod liegen eng beieinander, das bringt uns die Natur bei. Lugnasad huldigt dem Lichtgott Lug, der an diesem Tag geopfert wird, um Mensch und Erde zu erlösen, damit neues Leben hervorgebracht werden kann und der Kreislauf von Leben und Tod weitergeht. Wir kennen diesen Gedanken auch aus kirchlichen Ritualen, wo im christlichen Abendmahl Brot und Blut eine enge Verbindung eingehen. Manche Völker betrachten auch die Geburt eines Kindes als einen Tod, endet doch jetzt der Abschnitt, als das Kind im Bauch der Mutter genährt wurde. Diese Zeit ist jetzt zu Ende und ein neuer Zyklus beginnt.

So ist auch das Abernten der Wiesen und das Pflücken des reifen Obstes von den Bäumen im übertragenen Sinne ein Tod, denn das Land und die Bäume verlieren ihre Kinder. Die dunkle Göttin des Todes fordert ihren Tribut in Form von Geschenken und Opfergaben, die unabdingbar zur Ernte gehören, sonst wird sie zerstörerisch aktiv werden mit den Mitteln der Trockenheit, Gluthitze oder Überschwemmungen und Gewitterstürmen. Ein Energieausgleich ist gefordert, wenn auch nicht mehr unbedingt in Form von Blut- oder Tieropfern, die in vergangenen Zeiten auf den Feldern oder auf den Altären vollzogen wurden. Es genügt auch, daran zu denken, dass man auf den Feldern oder in den Gärten immer etwas stehen lässt und niemals alles mitnimmt, was vorhanden ist.

Eine schöne Tradition war es zum Beispiel, die schönste Garbe auf dem Feld oder die größten Äpfel am Baum zu belassen als Zeichen der Dankbarkeit und Wertschätzung für die Gaben der Natur. Auch Puppen oder andere Symbole aus Kornähren können jetzt gebunden und als Opfergaben auf die Altäre oder an vorbereitete Orte wie Steinspiralen, Quellen oder Ritualplätze gelegt werden. So hat die Schnitterin ihren Dank erhalten und wird uns gnädig sein und uns die reiche Ernte gönnen, denn das „Blut“ des dargebrachten Opfers wird die Erde tränken, damit sie erneut fruchtbar wird. Mit Dankbarkeit bringen wir also die Ernte ein und machen ein Fest daraus, die Gaben der großen Mutter zu verarbeiten: zum ersten Brot der neuen Ernte, zum Ritualgebäck, das aus dem frischen Korn mit Liebe gebacken wird, zu den eingemachten Früchten und Gemüsen. Und immer genießen wir die Fülle und teilen unsere Schätze auch mit anderen, die vielleicht nicht so reich beschenkt wurden wie wir selbst. So steht diese Zeit auch dafür, uns an die Gabe des Mitgefühls zu erinnern, das in der heutigen Zeit, in der wir oft nicht einmal mehr unseren Nachbarn kennen, oft verloren gegangen ist.


Ritual zu Lugnasad

Reife und Ernte


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ugnasad ist der Anfang des Herbstes und der Beginn der Erntezeit. Dabei wird Lug gefeiert, eine Gottheit aus der keltischen Mythologie. Er wandelt das Korn, die Früchte und Kräuter um und bringt sie zur Reife, so dass sie geerntet werden können. Auch unsere inneren Samen führt er zur Vollendung und Vollkommenheit. So sind wir zutiefst erfüllt, und bereichert nehmen wir unser Schicksal an und folgen unserer Bestimmung. Welchen Samen habt ihr gesät, welche Wünsche offenbart und worauf ist euer Fokus gerichtet? Lug hilft uns, unsere Fähigkeiten und Talente zu erkennen und anzunehmen, hilft bei der Wunscherfüllung und zeigt uns unseren Weg.

Für das Ritual zu Lugnasad braucht ihr drei Symbolgegenstände:

  • • Der erste dient der Darstellung eurer Samen. Dafür lassen sich beispielsweise Nüsse, Sonnenblumenkerne, Bucheckern oder Tannenzapfen verwenden.
  • • Mit dem zweiten sind eure Wünsche verbunden, vielleicht eine Feder, eine Blume oder ein Stein.
  • • Der dritte symbolisiert euren gerichteten Fokus; es könnte zum Beispiel ein Bild, ein Flyer oder ein Amulett sein.

Wichtig ist, dass diese Gegenstände von euch selbst ausgewählt werden, und ihr benennt, wofür sie stehen. Ihr entzündet ein Erntefeuer und übergebt Lug, indem ihr die Gegenstände ins Feuer gebt, eure Samen, eure Wünsche und euren Fokus.

In der Zeit nach dem Ritual seid offen und fühlt, welche Talente und Fähigkeiten sich zeigen. Seid bereit, diese jetzt zu leben. Dankbar nehmt ihr die Erfüllung eurer Wünsche entgegen, mutig durchschreitet ihr die Türen, die sich öffnen, und achtsam nutzt ihr die Gelegenheiten, die sich euch bieten.


Grüne Tipps für die Sommerzeit

Konzentrierte Reife, sinnliches Sammeln von Farben, Formen und Düften …


Vielerlei Wildkräuter für Salate, Süppchen und die grüne Küche können jetzt geerntet werden. Außerdem sammeln wir nun unentwegt auch für die Lagerung und Haltbarmachung, z.B. in Öl oder Essig, als Pesto oder Butter. Wir stellen Tinkturen, Salben, Balsam her, trocknen Blüten, Blätter und Triebe für Tee und Gewürzsträußchen, frieren gehackte Küchenkräuter zum schnellen Würzen ein und vieles mehr. Frisch deckt sich uns ein Wundertisch, und zusammen mit den gerade reifen Früchten, Pilzen und Gemüsepflanzen aus Garten und Flur fangen wir den Sommer ein!


Kräuterbuschen im Frauendreißiger


Der Frauendreißiger zwischen dem 15. August (Mariä Himmelfahrt) und dem 15. September (Mariä sieben Schmerzen) beinhaltet einige christliche Marienfeste, wie Maria Königin, Mariä Geburt, Mariä Namen, sowie zahlreiche Gedenktage: der lieben Frau vom Meer, der Mutter allen Trostes, der Königin der Apostel, unserer lieben Frau aller Ebenen, der Gnade, der göttlichen Hirten, vom Gürtel, vom Olivenhain, der Heiligen Höhle und viele weitere mehr. Diese Zeit galt seit alters her – wen wundert’s – als besonders günstige Zeit zum Kräutersammeln. Sie beginnt mit der Weihe eines Kräuterbüschels, ein bewusst magisches Ritual mit einer genau vorgeschriebenen Anzahl von Kräutern (7, 9, 15, 77 oder 99 sind alte magische Zahlen, deren rituelle Verwendung sich bis in die babylonische und assyrische Zeit zurückverfolgen lässt). Für den Kräuterbuschen werden alte Zauberpflanzen gebunden, die aufgrund ihrer magischen Eigenschaften zum Orakeln, zum Räuchern, für Liebeszauber oder zum Wettermachen verwendet werden. In der Mitte des Büschels thront meist die schöne Königskerze, um sie herum sind die anderen Pflanzen gruppiert. Fürs ‚Neunerlei' gesellen sich Johanniskraut, Beifuß, Schafgarbe, Kamille, Wermut, Baldrian, Minze und Ringelblume dazu. Diese Pflanzen sind als starke Heilpflanzen bekannt, und damit lässt sich schon ganz gut eine Kräuter-Apotheke ausrüsten.

Im Brauch der Kräuterweihe drücken wir, wie unsere Vorfahren und Ahninnen, unseren Dank für diese heilenden Pflanzen aus und bitten um den Segen der Pflanzengöttin. Der geweihte Kräuterbuschen bekommt noch heute in den Bauernstuben einen Ehrenplatz (Herrgottswinkel, Göttinnenaltar). Er wurde traditionell für viele verschiedene Zwecke genutzt. Beim Heranziehen eines Gewitters etwas davon ins Herdfeuer zu werfen sollte das Haus vor Blitzeinschlag und Unwetter schützen. Am 6. Januar, dem Holletag am Ende der Rauchnächte, wurden die Kräuter in einer Glutpfanne angezündet, um damit Haus und Hof zu räuchern.

Wichtig für die magische Wirkung ist die Einstellung beim rituellen Sammeln der Kräuter. Was möchtest du ernten? Denke an deine Familie, dein Haus, deine Lieben und du wirst die Heilpflanzen finden, die du benötigst. Verwende zum Binden einen Baumwollfaden, der beim Räuchern gut verglimmt, segne das Büschel und lass es an einem geschützten Platz trocknen. Benutze ein wenig zum Räuchern oder als Essenz für einen Tee oder ein Heilwasser, wann immer du besondere Hilfe benötigst oder der Fülle deiner Ernte gedenken möchtest.

FREYJA Die Kräuterfrau – Pflanzenexpertin, schamanische Energetikerin, Künstlerin, Seminarleiterin u. Referentin, BuchAutorin u. Herausgeberin, 96181 Rauhenebrach – Tel. 09554-8161 - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! - www.kraeuternetz.de

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